Die richtigen Fragen stellen

30. Dezember 2008

Man sagt ja immer, man bekommt die Informationen, wann man sie braucht. Ich glaube, es ist eher so, dass man die ganze Zeit von den „richtigen“ Informationen umgeben ist, sie aber erst erkennt, wenn man soweit ist.

Dass ich vor ein paar Wochen über Havi Brooks gestolpert bin, war Zufall (ich sah ihre Anzeige in irgendeinem Blog), dass ich mich sofort festgelesen habe und ihre Website seitdem täglich besuche, liegt daran, dass ich in genau dem Prozess stecke, den sie mit ihren Blogposts und Produkten fördern will: sich von inneren Blockaden zu befreien, indem man seinen Verhaltensmustern Aufmerksamkeit schenkt, seine Gefühle akzeptiert und sich von Schuldgefühlen befreit.

Sie hat dafür den schönen Begriff „destuckification“ erfunden – etwa mit „Entfeststeckung“ zu übersetzen, aber das klingt lange nicht so schön. Der (englische) Begriff impliziert, dass es sich um einen Prozess handelt, um etwas, das ich selbst aktiv betreiben kann, und das hat mich auch angemacht.

Zum Teil haben mir ihre Texte geholfen zu verstehen, was sich in mir in den letzten Monaten (Jahren?) bewegt hat. Offensichtlich habe ich intuitiv bereits viele Dinge gemacht, die sie vorschlägt, aber nun habe ich Begriffe dafür und eine Art theoretischen Überbau. Ich habe nicht einfach nur so vor mich hin gedacht oder gefühlt, sondern ich habe tatsächlich eine „Technik“ angewandt – etwas, was man beschreiben kann, was funktioniert hat, und was ich auf andere Bereiche meines Lebens übertragen kann!

So gut es mir im Moment geht, weiß ich doch, zu wahrer „destuckification“ ist es noch ein weiter Weg. Ich bin mir einiger meiner Muster bewusst geworden und lerne gerade, bestimmte Gefühle und Ängste anzunehmen, um sie zu verändern, aber gerade in beruflicher Hinsicht stecke ich noch ziemlich fest (das große Thema Erfolgszwang und Erfolgsangst). Aber immerhin habe ich jetzt für die Reise eine Begleiterin.

Es gibt einige Gewohnheiten, die ich ändern möchte: zu allererst meine Passivität in Sachen Existenzsicherung: meinen (Nicht-)Umgang mit den sogenannten „Finanzbriefen“, also Briefen, die von Gläubigern etc. kommen (Rechnungen, Mahnungen, Vollstreckungsbescheide und ähnlicher Unsinn); meine Nicht-Akquise, meine Kommunikationshemmungen mit potentiellen oder tatsächlichen Kunden.

Lese ich Havis Tipps zur Verhaltensänderung, kann ich das für mich in etwa so zusammenfassen:

  • Gewohnheiten bestehen aus unbewussten Mustern
  • Diese Muster kann ich mir bewusst machen
  • Ich mache mir Muster bewusst, indem ich gezielt auf sie achte
  • Ich behandle die Gewohnheit (und mein Verhältnis zu ihr) als etwas, an dem ich arbeite
  • Mein Ziel ist es, zu lernen, was ich lernen kann, um das Bedürfnis nach dieser Gewohnheit zu verlieren

Der erste Schritt besteht darin, mein Verhalten zu verstehen:

  • Wann tritt dieses Muster auf?
  • Welche Bedürfnisse erfüllt es?
  • Wie kann ich besser darin werden, diese Bedürfnisse anders zu erfüllen (mit Liebe, Verständnis und Geduld)?

Dann geht es darum, die Gefühle und Bedürfnisse anzunehmen:

  • Wie gehe ich liebevoll mit mir selbst um, während ich mit diesen Mustern spiele?
  • Wie kann ich mich selbst daran erinnern, geduldig und verständnisvoll mit mir umzugehen?
  • Ich vergesse nicht, dass ich Bedürfnisse haben darf, die Aufmerksamkeit verlangen.

Je mehr Mitgefühl, Geduld und Bewusstheit in diesem Bewusst-Machen enthalten sind, desto einfacher wird es, Dinge zu verändern. Schuldgefühle und Zwänge dagegen bauen nur Widerstand auf, und man steckt wieder fest.

Und natürlich geht es nicht nur darum, Dinge zu verändern, sondern insgesamt besser zu verstehen, wie ich „funktioniere“ und was ich wirklich brauche.

Und das finde ich nur heraus, wenn ich frage:

  • Was muss ich jetzt, in diesem Moment wissen?
  • Gibt es einen einfacheren Weg, an den ich bisher nicht gedacht habe?
  • Was fehlt?
  • Was weiß ich bereits, beachte es aber nicht?
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