Focus

6. Februar 2009

Was tun, wenn eine wichtige (gern auch unangenehme) Aufgabe ansteht, aber die Gedanken rasen, tausend Dinge fallen einem ein, man scheint sich auf alles andere konzentrieren können, nur nicht auf die anstehende Arbeit?

Folgendes Ritual hilft mir, den notwendigen Focus wiederzuerlangen, besonders, wenn eine wichtige Deadline bevorsteht:

1. Ablenkungen eliminieren

Tür zu. Fernseher aus. Radio aus. Musik ist okay, wenn sie gerade passt, aber Nachrichten, Kommentare oder Veranstaltungshinweise eines Radiomoderators müssen draußen bleiben.
Da ich 98% meiner Aufgaben am Computer erledige (es geht hier um Arbeit, ja? Nicht um den Abwasch oder so.), beende ich alle Programme, die ich nicht unbedingt brauche. e-Mail aus. Browser aus. Alle anderen Messaging-, Benachrichtigungs- und Erinnerungsdienste aus. Schweigen. Der Cyberspace wird in den nächsten zwei Stunden nicht implodieren, weil ich nicht teilhabe.

2. Den Kopf leeren

Ich nehme ein Blatt Papier und einen Stift (am Computer funktioniert das für mich nicht) und schreibe alles auf, was mir in den Sinn kommt: Ideen, Gefühle, Gedanken. Ich führe nichts aus, erkläre nichts, befasse mich mit keinem Gedanken länger, sondern lasse es einfach nur raus, wie es kommt. Zwei, drei Stichworte, dann der nächste Gedanke.

Auf diese Weise bin ich sicher, dass nichts verlorengehen oder vergessen werden kann. Beschäftigen werde ich mich mit diesen Dingen später, wenn die anstehende Aufgabe erledigt ist.

3. Energie tanken

Vom Schreibtisch aufstehen. Das Fenster öffnen und tief einatmen. Ausatmen. Wieder einatmen usw.

Genug zu trinken bereitstellen (am Schreibtisch, nicht in der Küche!).

4. Was steht an?

Ich nehme einen Zettel (!) und schreibe in einem Satz auf, welche Aufgabe ansteht:

Aufgabe: Layout für Firma XY in HTML/CSS umsetzen

Dann überlege ich, was die ersten drei Arbeitsschritte sind, die ich ausführen muss:

  1. Layout in Bereiche unterteilen (Kopf, Navigation, Inhalt, Fuß…)
  2. Maße der einzelnen Bereiche ermitteln
  3. Eigenschaften der Bereiche definieren (Hintergrundgrafik/-farbe, Textformatierungen etc.)

Nun, da ich weiß, wo ich anfangen muss, sehe ich mir den ersten Arbeitsschritt an und überlege, was ich brauche, um ihn ausführen zu können:

  • Photoshop-Datei mit dem Layout
  • Leere PowerPoint-Datei für die Dokumentation der Layouteigenschaften (als spätere Referenz)

5. Arbeitsumgebung vorbereiten

Ich öffne ausschließlich die für den ersten Arbeitsschritt benötigten Programme und ausschließlich die im Moment benötigten Dateien.

Nein, kein schneller Mailcheck, bevor es losgeht – das Mailprogramm bleibt geschlossen! Gleiches gilt für alle anderen Verbindungen zur Außenwelt.

6. Anfangen

Ich atme einmal tief durch, trinke einen Schluck und beginne mit der Arbeit.

Focus
Foto: alicepopkorn

An diesem Punkt bin ich meist schon so fokussiert, dass die weitere Arbeit von alleine geht. Solte dies nicht der Fall sein, beginne ich nach Vollendung des ersten Arbeitsschrittes nochmal bei Punkt 3.

7. Belohnungen

An manchen Tagen (oder bei bestimmten Aufgaben) fällt es mir sehr schwer, bei der Sache zu bleiben. Dann belohne ich mich nach drei erledigten Arbeitsschritten, zum Beispiel mit einem kleinen Snack, einem kurzen Spaziergang um den Block oder ein wenig Gymnastik.

Absolut tabu an solchen Tagen sind Ablenkungen: Telefonate, Fernsehsendungen, Bücher, Mails, Feedreader, Internet usw. Das erlaube ich mir dann erst nach getaner Arbeit, dann aber ausgiebig…

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