Dinge erledigen oder voranbringen?

20. Mai 2009

Die To-Do-Liste scheint endlos, und es ist nicht gerade motivierend, von 50 Punkten jeden Tag vier oder fünf zu streichen und gleichzeitig fünf neue hinzuzufügen.

Die Liste ist bereits ausgemistet, das heißt, es stehen wirklich „nur“ die Sachen drauf, die ich jetzt tatsächlich machen muss, und auch für alle laufenden Projekte nur die nächsten Arbeitsschritte, nicht die gesamte Projektplanung.

Es ist trotzdem überwältigend viel.

Ein Problem ist, dass viele Tasks immer wiederkehrende Arbeiten oder langfristig angelegte Projekte betreffen. Es gibt also keinen oder nur geringen Zeitdruck, sie zu erledigen. Da ich die Tendenz habe, Dinge aufzuschieben, die nicht unbedingt sofort erledigt werden müssen, bleiben sie liegen.

Manchmal (meistens) viel zu lange. Der Kunde möchte die Homepagestatistik nicht erst am 20. des Folgemonats haben. Natürlich könnte ich mir eine Deadline am 5. setzen, aber das klappt nicht. Denn schließlich reicht dann ja auch noch der 6. oder der 7. Und ehe ich mich versehe, ist es der 18. F***!

Ein Grund, warum ich Dinge nicht oder zu spät erledige, ist der Zeitfaktor. Eine Arbeit, von der ich weiß, dass sie zwei oder drei Stunden dauert und die sich nicht einfach in kleinere Aufgaben aufteilen lässt, demotiviert mich, bevor ich anfange. Mich jetzt zwei Stunden damit beschäftigen? Bitte nicht!

Ich habe ein Problem damit, Aufgaben halb erledigt liegen zu lassen. Ganz oder gar nicht, ist die Devise. Das führt dazu, dass meistens leider „gar nicht(s)“ passiert, und das kann böse enden, zumal bei Kundenprojekten.

Etwas ist besser als nichts

Ich werde also einen Versuch starten, der eine mentale und eine Handlungsebene hat. Auf der mentalen Ebene werde ich versuchen, meine Einstellung zu ändern:

Die Devise lautet nicht „Alles oder nichts“ sondern „Etwas ist besser als nichts“.

  • Ist es nicht besser, eine halbleere Inbox zu haben als eine, die überquillt?
  • Ist es nicht besser, eine Mail zu schicken „Danke für Ihre Nachricht; ich schicke am Donnerstag eine ausführliche Antwort“, anstatt die Anfrage bis Donnerstag zu ignorieren?
  • Ist es nicht besser, dem Kunden am 5. zu schreiben „Zugriffszahlen verdoppelt – komplette Daten und Grafiken kommen nächste Woche“ anstatt ihm am 20. einen Batzen Informationen zu schicken, die er doch nicht liest?

Auf der Handlungsebene werde ich mich eine Woche darauf konzentrieren, Dinge voranzubringen. Ich werde einen Teil meines Tages in Zeitabschnitte von 30 Minuten unterteilen und mich durch die Dinge auf meiner To-Do-Liste arbeiten, die nicht absolut lebensnotwendigerweise sofort getan werden müssen und deshalb liegengeblieben sind.

Ich werde 30 Minuten arbeiten und dann aufhören und mit dem nächsten Ding auf der Liste weitermachen, egal, wie weit ich gekommen bin.

Auf diese Weise hoffe ich, zum einen die Liste von Schlick und Liegengebliebenem zu befreien, das da doch nur liegt und mir Schuldgefühle verursacht. Zum andern hoffe ich, eine Technik zu entwickeln, künftig bestimmte Sachen nicht von Tag zu Tag aufzuschieben, sondern sie einfach mal anzugehen und ein Stück voranzubringen.

Ich habe nämlich eher die Tendenz, Sachen zu machen, die ich fertigstellen kann, als mit unangenehmen oder langweiligen Aufgaben überhaupt anzufangen.

Und durch diese strikte Zeitplanung hoffe ich auch, das Unangenehme in der Aufgabe zu minimieren: Nichts ist wichtig; es ist einfach ein neuer Zeitblock, in dem ich tue, was getan werden muss. Hier eine halbe Stunde, da eine halbe Stunde.

Anregungen für diese Aktion waren diese beiden Beiträge, die heute in meinem RSS-Reader landeten:

Work Detail by emilio labrador
Foto: emilio labrador

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