Teurer Fehler

2. August 2009

Am Wochenende sind mir über 500,00 Euro gestohlen worden.

Die näheren Umstände tun nichts zur Sache – es war mein Fehler. So kommt zur Trauer um den Verlust des Geldes und der Wut auf den/die Dieb(e) der Zorn auf mich selbst: Wie konntest Du so blöd sein? Du passt doch sonst immer so auf, und nun, mit der Summe in der Tasche vergisst Du plötzlich alles? WTF???!!

Aber es hilft ja nichts.

Was mich überrascht, ist meine Reaktion auf den Vorfall: Nach dem anfänglichen Schock und einer Tränenflut bekam ich eine unheimlich große Distanz zu dem Ganzen, fast als wäre gar nichts passiert.

Nicht, dass es mir nichts mehr ausgemacht hätte, dass ich den Verlust einfach abgehakt hätte („passiert ist passiert“) – es ist vielmehr so, als bedeute mir das Geld an sich gar nichts.

Was mich überrascht, den Geld (oder der Mangel an Geld) beschäftigt mich die letzten 2-3 Jahre intensiv. Es ging soweit, dass ich die fristlose Kündigung meiner Wohnung auf dem Tisch hatte, weil ich mit der Miete so weit im Rückstand war. Ich bin beinahe aus der Krankenkasse geflogen, weil ich die Beiträge nicht zahlen konnte. Und ich habe in dieser Zeit über 12.000 Euro Schulden bei Freunden und Verwandten aufgehäuft.

Geld IST ein Thema. Und ich hatte eher das Gefühl, ALLE meine Gedanken drehen sich irgendwie ums Geld. Und jetzt das: ES IST MIR EGAL. Wie kann das sein?

500,00 Euro, das ist eine Montasmiete, das sind anderthalb Monate Krankenkasse, das wäre ein neuer Computer MIT Bildschirm, ein Notebook, ein kleiner Urlaub.

Ich wäre vermutlich untröstlich, wenn mir ein 500-Euro-Laptop runterfallen und irreparabel kaputt gehen würde. Das wäre konkret. Das Geld hingegen ist abstrakt, obwohl ich die Scheine in der Tasche hatte. Geld repräsentiert Möglichkeiten; an den Verlust oder das Aufschieben von Möglichkeiten aus Geldmangel bin ich fast schon gewöhnt – geht das eben diesen Monat wieder nicht.

Und ich frage mich: Wenn ich den Wunsch nach dem Verwirklichen von Möglichkeiten, von Träumen so leicht aufgeben kann, habe ich mich dann im Grunde nicht selbst aufgegeben? Bin ich nur noch aus Gewohnheit in der Tretmühle und erwarte im Grunde aber nichts vom Leben? Ja, ich nehme, was kommt und freue mich daran, aber WOFÜR arbeite ich, wonach strebe ich, was treibt mich an?

Und ist die Geringschätzung meiner eigenen Träume und damit verbunden die Geringschätzung der Mittel, die mir diese Träume verwirklichen helfen auch der Grund, dass ich diese Mittel nicht ausreichend habe? Kurz: Wenn mir Geld im Grunde egal ist, ist es dann ein Wunder, dass ich keins habe?

Money Hand by Neubie
Foto: Neubie

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