Projekt 80/24: Der zweite Monat

5. Dezember 2011

Der zweite Monat meines Abnehmprogramms ging rum wie im Flug – Zeit für einen kleinen Rückblick.

Worum geht es?

Im Projekt 80/24 versuche ich, mein Gewicht innerhalb von 24 Monaten von 97 kg auf 80 kg herunterzubekommen.

Natürlich könnte man dieses Gwicht vermutlich viel schneller erreichen: durch Hungerkuren, strenge Diät, entsprechende Diätdrinks, -gels etc., ein ausgiebiges Sportprogramm oder vielleicht sogar eine OP. Doch von all diesen Dingen halte ich nichts.

Es geht mir nicht darum, möglichst schnell möglichst viel Gewicht zu verlieren und meinen Körper (und Geist) zu quälen, sondern ich möchte dauerhaft ein anderes „Normalgewicht“ haben. Mein Körper soll in einem Zustand sein, wo er sich mit den 80 kg wohl fühlt und nicht ständig meint, für irgendwelche Reserven mehr zulegen zu müssen.

Darüber hinaus sehe ich diese Monate als eine Reise hin zu einem besseren körpergefühl und zu mehr Bewusstheit, wie es mir in und mit meinem Körper geht und wie ich mit ihm (und mir) umgehe. Es geht darum, Muster zu erkennen und schädliche Gewohnheiten zu durchschauen, um sie ändern zu können.

Daher „schraube“ ich nicht nur an der Ernährung und Bewegung, sondern begleite das Ganze durch bewusste Beobachtung und Reflexion meines Verhaltens. Ich schaue mir dabei alle Aspekte der „Körperlichkeit“ an: Ernährung, Bewegung, Körperpflege, die äußere Hülle (Frisur, Kleidung, MakeUp), Sexualität, Körpergefühl.

Picture by iJammin via Flickr

Der Entschluss

Der Entschluss, etwas an meinem Gewicht und insgesamt an meinem Umgang mit meinem Körper zu ändern, kam vor zwei Monaten, als ich mich bei Freunden auf die Wagge stellte und erschrak: 98 kg. Fast 100 kg! Soviel hatte ich noch nie gewogen, und mir war klar, wenn ich nichts ändere, bringe ich bald zwei Zentner auf die Waage (bei 1,63 m Köpergröße).

Das will ich auf keinen Fall!

Also: es musste sich etwas ändern. Von Hauruckaktionen halte ich nichts – meiner Meinung nach kann ich nur durch langsame und kleine Verhaltensänderungen Schritt für Schritt zu einem gesünderen Lebensstil und einem liebevolleren Umgang mit meinem Körper finden.

Denn: Was nützt mir eine Blitzdiät, wenn ich mich nicht mit meinem Ess- und Trinkverhalten beschäftige und hinterher weitermache wie zuvor?

So dachte ich mir, ein Kilo pro Monat abzunehmen (und dauerhaft los zu sein), ist schon ein recht ehrgeiziges Ziel. Schließlich gibt es Weihnachten, Geburtstage, depressive Phasen, Sommerhitze – alles Dinge, wo mehr gegessen oder weniger bewegt wird, so dass es schwer wird, hier abzunehmen. Also bin ich nett zu mir und erlaube mir Phasen, in denen ich nicht abnehme (aber hoffentlich auch nicht wieder zunehme) und setze das Ziel statt auf 17 Kilo in 17 Monaten auf 17 Kilo in 24 Monaten an.

Zwei Jahre sind eine gute Zeit, nicht so ehrgeizig, dass es Angst oder Druck macht, aber dennoch ein überschaubarer Zeitraum. Wenn ich allein in einem Jahr die Hälfte schaffe, habe ich nächstes Jahr um diese Zeit 8 Kilo weniger drauf! Dieses Gewicht hatte ich seit 7 oder 8 Jahren nicht!

Picture by the bridge via Flickr

Der erste Monat: Erfolgreich!

Der erste Monat startete grandios. Ich setzte mir kleine Teilziele – jeden Tag eine bestimmte Menge trinken, jeden Tag Obst oder Gemüse essen, regelmäßige Unterbrechungen der Computerarbeit für etwas Bewegung, regelmäßige aushäusige Aktivitäten und die bewusste Beobachtung: Was ändert sich, was fällt mir leicht oder schwer?

Es war toll: Ich war hochmotiviert, voller Energie und fühlte mich großartig und habe mehr als mein erstes Kilo verloren.

Die Ziele für den zweiten Monat

Leider endete der erste Monat mit viel Stress in meinem Leben (Arbeit, privat), was dazu führte, dass ich für den zweiten Monat erstmal keine Teilziele festlegte.
Ich hatte zwar ein paar Ideen im Kopf, aber ich merkte schnell: wenn ich mir kein konkretes Ziel setze und das dann auch regelmäßig überwache, wird das nichts.

Leider setzte sich der Stress fort, und so kam es auch nach einer oder zwei Wochen nicht zur Setzung konkreter neuer Teilziele.

Also setzte ich einfach das Programm vom ersten Monat fort – wenn ich keinen Rückschritt mache, ist das ja auch schon ein Erfolg.

Also blieb es bei den Zielen:

1. Ich esse täglich wenigstens eine Handvoll frisches (rohes) Obst oder Gemüse, und ich trinke täglich wenigstens einen Liter Wasser (zusätzlich zu meinem guten halben Liter Kaffee am Tag).

2. Ich stehe jede Stunde vom Schreibtisch auf, strecke mich und bewege mich 10 Minuten in der Wohnung (Dehnübungen, leichte Hausarbeit wie Aufräumen u.ä.), und ich verlasse jeden Tag mindestens einmal die Wohnung zum Einkaufen oder Spazierengehen.

3. Ich beobachte, wie sich die Veränderungen auswirken, was funktioniert und was nicht, wo es Schwierigkeiten gibt, und was mir leicht fällt. Am Ende jeder Woche sowie nach einem halben Monat mache ich einen kleinen Rückblick mit Erfolgskontrolle und Gewichtsüberprüfung.

Picture by brokinhrt2 via Flickr

Wie ist es gelaufen?

Ich habe zwar keine neuen Verhaltsnänderungen oder neue Erkenntnisse gewonnen, aber ich habe das Programm erfolgreich fortgeführt: Ich habe regelmäßig getrunken, ich habe fast jeden Tag frisches Obst und/oder Gemüse gegessen, und ich war fast jeden Tag draußen.

In Sachen Verhaltensbeobachtung habe ich meinen Blick darauf gelenkt, wie mein Körper auf Stress reagiert. Ich habe versucht, Warnzeichen zu erkennen und Ursachen für körperliches Unwohlsein zu ergründen.

Keine neuen, aber wichtige Erkenntnisse: Ich reagiere auf Stress mit Verspannung und starker Müdigkeit. Beides Reaktionen, die mich „ausbremsen“ sollen. Außerdem, und das ist relativ neu: mit Kopfschmerzen bis hin zur Migräne. Die Migräneattacken sind auch hormonell bedingt, aber eine Neigung zu Spannungskopfschmerz bei Stress hatte ich früher nicht in dem Maße. Der Schmerz hängt auch mit Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich zusammen.

Ich habe versucht, häufiger in mich hineinzuhören, was mein Körper mir sagen will. Das steckt noch in den Anfängen, ist aber ein wichtiger Schritt.

Das zweite Thema, über das ich viel nachgedacht habe ist Sexualität und meine Schwierigkeiten, mich körperlich berühren zu lassen (wohingegen ich gerne andere Menschen berühre). Das steht aber noch sehr am Anfang.

Was war gut?

Ich bin stolz auf mich, dass ich trotz vieler Stressfaktoren „dran“ geblieben bin und mein Programm fortgeführt habe.

Nur eine minimale Fressattacke (eine Tüte Kartoffelchips). Die anderen Anfälle konnte ich abbiegen.

Unheimlich viel Ruhe und Auszeit.

Wenig Alkohol (nur ab und zu ein Glas Wein zum E ssen).

Spaziergänge in genau der richtigen Länge (gute Stunde).

Weiter abgenommen!

Was war nicht so gut?

Es war schade, dass ich wegen des anfänglichen Stresses nicht dazu gekommen bin, Ziele zu setzen und den zweiten Monat bewusst anzugehen.

Ich habe häufig einfach funktioniert. Ich habe nicht bewusst gelebt oder gehandelt.

Ich hatte ein dünnes Nervenkostüm. Viele Dinge haben mich gestresst, die eigentlich Kleinigkeiten sind.

Was hat geholfen?

Der morgendliche Gang auf die Waage: Das Gewicht blieb unten, auch wenn ich gar nicht soviel dafür getan, ja sogar „gesündigt“ habe.

Das tägliche Aufschreiben, was ich gegessen und getrunken und wieviel ich mich bewegt habe. So blieb ich „im Programm“.

Spaziergänge.

Picture by David˜O via Flickr

Was will ich ändern?

Ich will mir mehr Zeit nehmen für die Übergänge: bewusst in die neue Woche, den neuen Monat, die nächste Phase meines Programms eintreten. Mir mehr Zeit für Reflexion und Ausblick nehmen. Mir feste Zeiten und Rituale schaffen, dass ich das auch in Stresssituationen realisieren kann.

Was habe ich (über mich) gelernt?

Ich kann Dinge durchhalten, auch wenn die Rahmenbedingungen ungünstig sind.

Ich kann besser erkennen, wenn ich Durst habe.

Ich bleibe im Kern dieselbe, auch wenn mein Körper sich verändert (positiv wie negativ).

Der Erfolg

Ich habe zwar keine neuen Ziele gesetzt, aber die Ziele des Vormonats erneut erreicht:

Ich habe jeden Tag im Schnitt 1,5 l getrunken.

Ich habe jeden Tag Gemüse und/oder Salat gegessen und im Schnitt jeden dritten Tag Obst.

Bis auf vier Tage war ich jeden Tag draußen und habe mich im Schnitt eine Stunde bewegt. In diesem Monat kam noch einiges an anstrengender Hausarbeit hinzu.

Von menem Anfangsgewicht von 97 kg bin ich jetzt auf 94,25 kg runter. Das Durchschnittsgewicht im November betrug 94,8 kg (Sollgewicht: 95 kg).

Wie geht’s weiter?

Es ist nun an der Zeit, die Ziele für Dezember zu formulieren…

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Eine Antwort to “Projekt 80/24: Der zweite Monat”


  1. […] der erste Monat grandios verlaufen ist und ich im zweiten Monat mein Programm trotz reichlich Stress durchgehalten habe, ist es nun an der Zeit, die Ziele für den […]


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