Logbuch Samstag, 15. November 2014

15. November 2014

Philae:

  • kurz vor Ende des nächtlichen Kommunikationsfensters ist Philae der Saft ausgegangen; wegen Energiemangels wurden alle wissenschaftlichen Systeme heruntergefahren, und der Roboter befindet sich im Stand-by-Modus; sollte irgendwann genug Sonnenlicht auf die Kollektoren fallen, um die Batterie genügend aufzuladen, kann Philae wieder aufwachen
  • Kontakt bestand von 23:19 Uhr MEZ bis 01:36 Uhr MEZ; bis zuletzt wurden Statusmeldungen des Systems übertragen
  • Philae wurde etwas gedreht, in der Hoffnung, so mehr Sonnenlicht auf die Kollektoren zu bekommen; Philae konnte um 4cm angehoben und um 35° gedreht werden; damit soll das Licht, das derzeit auf ein kleineres Panel fällt, vom größeren Panel aufgefangen werden
  • Rosetta wird auch zukünftig bei jedem möglichen Kommunikationsfenster auf Signale von Philae warten
  • ein nächstes Fenster wäre heute gegen 11:00 Uhr MEZ
  • hätte Philae genug Sonne bekommen, hätten vermutlich bis etwa März 2015 Experimente durchgeführt werden können; dann wird es vermutlich zu heiß auf dem Kometen
  • der Bohrer SD2 wurde vollständig aus- und wieder eingefahren; ob Proben entnommen und analysiert werden konnten, ist noch nicht bekannt
  • alle für Phase 1 geplanten Experimente konnten durchgeführt werden, und anscheinend konnten auch alle Messdaten heute Nacht noch übertragen werden, insofern war die Philae-Mission ein voller Erfolg!
  • Neuigkeiten zur Landung und zur Position: mit Hilfe der NAVCAM-Bilder von Rosetta konnte der Ort des ersten Touchdowns ziemlich genau bestimmt werden; jetzt muss analysiert werden, ob man daraus die Abprallrichtung erkennen kann, was die Berechnung der folgenden Flugbahn erleichtern würde

≈≈≈≈

Traurig, dass es (erstmal) vorbei ist. Philae hat mich die ganze Woche begleitet, ich habe mitgefiebert, gelesen, gelernt, erlebt, gefühlt, gelebt. Im Moment ist alles noch durchdrungen von der Erfahrung des Besonderen, leuchtet. Dieses Gemeinschaftsgefühl, die freudige Erwartung, Aufregung, Angst, das Mitbangen. Das Gefühl, Teil von etwas „Großem“ zu sein.
Nun kommt wieder die Alltagsroutine, der besondere Moment wird bald Geschichte sein. Was bleibt? Man wird sehen.

Für mich bleibt die Gewissheit, dass ich noch etwas spüren, mich freuen, ja begeistern kann. Etwas, was ich kaum noch für möglich gehalten hatte. Dafür: Danke!

≈≈≈≈

Mich auf die Arbeit zu konzentrieren, fällt mir weiterhin schwer. Immer behalte ich die ESA-Twitter Feeds im Auge: Vielleicht gibt es ja doch nochmal einen Kontakt (das Kommunikationsfenster ist offen)? Oder Neuigkeiten von der morgendlichen Wissenschaftskonferenz? Aber nichts tut sich.
Ich mag noch nicht wieder zurück zur Routine.

≈≈≈≈

Emotionale Katerstimmung. Back to reality. Slowly, slowly. Ich mag nicht, es war so schön…

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