Logbuch Samstag, 29. November 2014

2. Dezember 2014

Wegen des Wasserschadens fahre ich allein zurück. Die Stunden im Zug verbinge ich schreibend, nachdenkend und einer Sitznachbarin zuhörend. Je näher ich B. komme, desto mehr lassen meine Kopfschmerzen nach. Ich entspanne mich zusehends und fasse langsam wieder Zuversicht.

Das Zugfahren ist eine Zwischenzeit. Zwischen Vergangenheit und Zukunft, ein Übergang. Eine Zeit, in der ich nichts machen muss, weil ich nichts machen *kann*. Ich kann nicht arbeiten (kein Computer), und niemand kann mich erreichen (das Telefon ist stumm gestellt). Keiner kann etwas von mir wollen, und wenn, erfahre ich es nicht oder erst später. Außerdem ist Samstag, da habe ich sowieso Ruhe vor Kunden. Wie wunderbar!

Und so schreibe ich Seite um Seite in meinem Notizbuch voll. Darüber, was mir in dieser Woche in K. Stress gemacht hat. Darüber, wie es mir geht. Was in diesem Jahr alles vorgefallen ist, und was das mit mir gemacht hat und immer noch macht. Das ungehinderte stundenlange Schreiben ist für mich die beste Therapie. So habe ich es in Krisensituationen gemacht und in Zeiten großer Trauer, und es hilft am besten, wenn es auch sehr zeitaufwändig ist.

Als ich in B. aus dem Zug steige, muss ich die Taschen geradezu fallen lassen, sonst wäre mir mein Schal weggeweht worden. Kalter, eisiger Ostwind. Winter! Ist das schön, wieder hier zu sein!

Zu Hause zuerst M. angerufen, dann H. auf den AB gesprochen. Dann Fernseher an und Essen gemacht (Bohnensuppe aus der Dose mit frischer Fleischwurst). Es war wohl das letzte Mal, dass ich frisches Fleisch und Wurst aus K. mitbringe, denn der Supermarkt in der Stadt schließt und damit ist der gute Metzger weg. Es wird dann immer etwas aufwändig sein, zu einer anderen Filiale zu fahren, um die Sachen zu besorgen, mit denen wir uns immer eindecken. Nun, auch da werden wir eine Lösung finden.

Abends im Bett Schwierigkeiten, den Fernseher auszumachen. Angst vor der Stille. Seltsam, dabei fühle ich mich so gut, weider zu Hause und allein zu sein. Aber unter der Oberfläche lauern starke Gefühle, und ich möchte nicht voller ANgst die halbe Nacht wachliegen.

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