Logbuch Weihnachten 2014

28. Dezember 2014

Dienstag, 23.12.2014

M. getroffen und mit ihr (wegen Gehbehinderung) einkaufen gewesen. Einer Frau einen von ihr versehentlich gekauften und nicht umtauschbaren IKEA-Gutschein abgekauft. Das Fleisch fürs Weihnachtsessen abgeholt und M.s Vorratskammer für die Feiertage aufgefüllt.

Anschließend zur (menschenleeren) Post, um ein Päckchen abzuholen: „Hatten Sie hier eine Bombendrohung?“ – „???“ – „Na, weil es so leer ist!“ – „Freuen Sie sich doch!“ – „Mache ich ja, ich kann es nur nicht fassen.“ – „Das sieht nachher hier auch ganz anders aus.“
Note to self: Wenn zur Post, dann am 23.12. gegen halb drei nachmittags.

Anschließend noch eine Einkaufsrunde für uns: ein kleiner Spezialkuchen für Heiligabend zum Kaffee, Räucherlachs (mit der leckeren Honig-Senf-Soße) fürs Weihnachtsfrühstück, frischer Aufschnitt, ebenfalls fürs Weihnachtsfrühstück. In den Geschäften ist es voll. Hier sind also alle… Ob das später besser ist, wenn alle bei der Post sind…?

Zu Hause ist H. schlecht gelaunt dabei, Bad, Klo und Böden zu putzen. Obwohl ich immer wieder darauf hinweise, es nicht zu übertreiben, nur das Nötigste zu machen, ins Bad gehe doch außer uns niemand, zieht er (fast) das ganze Programm durch. Nur das Abwaschen der Kacheln mit Essigessenz lässt er diesmal dankenswerterweise aus. Immerhin bessert sich seine Laune etwas. Alleine arbeiten ist doof, das sehe ich ein. Etwas Publikum, etwas Bewunderung tut gut. Wer kennt das nicht.

Ich gehe nochmal runter in das kleine Lädchen, um noch ein letztes Geschenk für M. zu erstehen. Zum Glück ist es nicht zu voll, und ich werde fündig.

Dann backe ich die letzten beiden Sorten Kekse und versehe zwei Sorten mit Zuckerguss. Dann wird im Wohnzimmer noch dekoriert und der Leuchter mit Kugeln behangen.

Als es endlich Essen gibt, bin ich platt und kann vor Rückenschmerzen kaum noch aufstehen. Ins Bett schaffe ich es aber noch.

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Mittwoch, 24.12.2014

Zum Frühstück Guacamole. Danach ist mir so schlecht, dass ich mir am liebsten den Finger in den Hals stecken möchte. Dabei ist noch so viel zu tun! Mit Todesverachtung bestreiche ich die letzten Kekse mit Zuckerguss. Dann muss ich kurz in den Sessel und lese etwas. Die Ruhe tut gut, aber es gibt noch so viel zu tun!!!

Ich rapple mich also auf und gehe nochmal los, um Pralinen für M. zu kaufen. Sonst wäre das gestern gekaufte Geschenk (eine kleine Etagère) so kahl. Mir geht es richtig mies. Die Bewegung an der frischen Luft tut für den Moment zwar gut, hilft aber nicht wirklich. Am liebsten würde ich alles abblasen und mich mit einem Buch ins Bett legen. Weihnachten ist mir jetzt schon zu viel. Anscheinend bin ich an der Grenze meiner Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit angelangt.

Kurz nach 13:00 Uhr fährt H. los, um M. abzuholen. Ab jetzt habe ich knappe zwei Stunden, um alles fertig zu machen, und es gelingt knapp: Zwei Geschenke einpacken, die Etagère anrichten und dekorieren, die Lichterkette und Glasfiguren an den Weihnachtsstrauß, die verschiedenen Weihnachtsmänner aufstellen, die Tischdekoration (Tannengirlande mit Kugeln, getrockneten Orangen, Zapfen und Lichterkette) anfertigen, die leeren Kartons wegräumen,, Keksteller anrichten und mich festlich anziehen. Ich sitze gerade 5 Minuten im Sessel und schaue „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, als es an der Tür schließt. Puh!

Den Nachmittag und Abend verbringe ich damit, mich zusammenzureißen, Bauch- und wachsende Kopfschmerzen zu ignorieren, Konversation zu betreiben, zu lächeln, mir bissige Kommentare und Besserwisserei zu verkneifen und mich aus der Kochdiskussion zwischen M. und H. herauszuhalten. Die Stunde Auszeit, während die beiden – zunehmend voneinander genervt, dies aber nicht zeigend – in der Küche verbringen, kommt mir sehr gelegen.

Das Essen ist lecker und gerade so zu bewältigen: Als Vorspeise kalte, aber gegarte Rote Bete mit warmem Ziegenkäse (leckere Kombination, aber man hätte besser die eingelegten Rote Bete genommen oder die Scheiben angewärmt und etwas gewürzt), als Hauptgang Schweinefilet mit einer Füllung aus Kräuterfrischkäse, gehackten Mandeln und getrockneten Tomaten, dazu frische Tagliatelle, leicht mediterran gekräuterte grüne Bohnen und eine leckere Weißweinsoße, als Beilage ein Chicorée-Clementinen-Salat, der eher nicht dazu passte. Zum Nachtisch etwas Leichtes: Zitronencreme mit frischer rosa Grapefruit. Zum Essen gab’s einen trockenen Riesling vom Mittelrhein.

Bescherung hatten wir vor dem Essen gemacht, und irgendwie klappten wir nach dem Essen alle zusammen. Sonst haben wir bei ähnlichen Gelegenheiten noch mehrere Flaschen Wein und diverse Schnäpse und Liköre niedergemacht, aber diesmal waren wir alle platt und hatten genug.

So brach H. bald auf, um nach Hause zu gehen, während M. und ich uns bettfertig machten. War ich froh, als ich lag und sie begann, tief zu atmen!!!

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Donnerstag, 25.12.2014

Jedes Mal wenn M. bei mir schläft, macht sie sich vorher Gedanken, was sie denn dann morgens anfangen soll, „bis Ihr alle soweit seid“. Und jedes Mal schläft sie bis 9:00 Uhr oder so, wo alle anderen schon lange wach sind. So auch diesmal.
Mir war es recht, denn so konnte ich in Ruhe wach werden und mich an meine immer noch hämmernden Kopfschmerzen gewöhnen.

H. kam wie verabredet um 9:30 Uhr, wir machten gemeinsam Frühstück, packten dann alles zusammen, ich richtete M. noch was auf ihrem eBook-Reader ein, dann brachten wir sie zum Bus. H. hatte angeboten, sie wieder nach Hause zu bringen, aber sie brauchte diesmal wohl auch etwas Abstand und lehnte dankend ab. Er war auch nicht besonders fit, und so begaben wir uns noch auf eine kleine Spazierrunde in den Park.
Kurz vorher hatte es gegossen, nun toste ein wilder Himmel, abwechselnd klares, helles Blau und Sonne, dann wieder tiefschwarze Wolken – sehr spannend.

Im Park am Teich einen Reiher gesehen, der oben in einem Baum saß und sich sonnte. Diverse Enten, Blässrallen und zwei Schwäne im Teich, Blau- und Kohlmeisen an der Futterstelle, Eichhörnchen. Eher wenig los, auch kaum Menschen.

Als wir schon auf dem Rückweg aus dem Park raus sind, klingelt das Handy: M. hat ihren eBook-Reader bei mir vergessen und kommt nochmal zurück. Wir gehen also nach Hause, ich schleppe mich die Treppen hoch, um den Reader zu holen (ich bin wirklich am Ende, als ich runter komme, zittern mir Beine und Hände, dazu nach wie vor diese üblen Kopfschmerzen…), dann gehen wir zur Bushaltestelle, um auf M. zu warten.

Während wir warten, fängt es wieder an zu gießen, und diesmal sind dem Regen kleine Hagelkörner beigemischt. Dreckswetter. Zum Glück können wir und unterstellen, aber es ist ekelhaft kalt. M. kommt mit dem übernächsten Bus und hat mittlerweile auch die Nase voll. Wir warten noch, bis sie weiterfahren kann, dann machen wir uns auf den Heimweg. An der Ampel treffen wir A. und G., die im Park vom Hagelregen überrascht worden sind. Lose Verabredung auf ein Bier irgendwann um Silvester. Ich will nur noch heim und ins Bett.

Tiefes Gefühl der Dankbarkeit als ich endlich liege und mich ins Federbett mümmeln kann.
Ich döse irgendwann ein und schlafe zwei Stunden.

H. hatte sich auch hingelegt und geschlafen, war aber schon wieder auf und kümmerte sich bereits ums Abendbrot (Reste vom Vortag). Seine Laune war nicht die beste, aber er ist eben auch fertig und kaputt. Das Jahr hat es nicht gut mit uns gemeint, und nun sind langsam auch die letzten Reserven aufgebraucht.

Abends zwei Filme von den Marx Brothers, bei denen ich leider wieder einschlafe…

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Freitag, 26.12.2014

Gegen 8:00 Uhr aufgewacht und fast keine Kopfschmerzen mehr. Da wir heute zu P. fahren, befürchte ich aber das Schlimmste, denn P.s Wohnung ist eine überheizte Raucherhöhle. Ich rechne mir aus, etwa zehn Stunden durchhalten zu müssen, denn wir sind bereits zum Mittagessen eingeladen und bleiben meist so bis gegen 22:00 Uhr.

Morgens schneit es kurz und heftig, aber es bleibt nichts liegen, die Straßen und Häuser sind zu warm

Frühstück fällt wegen der erwarteten Fresserei aus, und um halb zwölf machen wir uns auf den Weg. Natürlich haben meine beiden Stamm-Blumenläden zu, also muss ich zu einem Ersatzladen, der aber absolut nichts Brauchbares hat. Immerhin erstehe ich dort einen Weihnachtskaktus und eine Christrose. Hätte ich mich bloß gestern noch zum Blumenladen geschleppt!

Bei der Busfahrt durch den Vorort staune ich: alles weiß! Es liegt zwar nicht viel Schnee, aber alle Bäume und Rasenflächen sind bedeckt, und die Sonne kommt gerade heraus und taut die Pracht nicht sofort auf. Weiße Weihnacht! Mit Sonne!! Wunderschön…

Wir sind dann pünktlich gegen halb eins da, dann gibt es gleich Essen: Als Vorspeise Ragout Fin, als Hauptgang Rinderbraten mit Kroketten und grünen Bohnen im Speckmantel, dazu eine dicke dunkle Bratensoße mit Rotwein und Feldsalat, zum Nachtisch ein Schokoladenküchlein mit Himbeersoße.
Papp.

Der Nachmittag geht irgendwie rum mit Computerkram (die Zeit nutze ich für eine kurze Atempause auf der Terrasse und für den Abwasch), quatschen, Kaffee trinken, Fotos aus Amerika anschauen und übers Häuschen reden.

Zum Abendbrot gibt es Buletten mit Kartoffelgratin. Irgendwie passt das alles rein, ich staune sehr. Vielleicht weil wir nachmittags keinen Kuchen gegessen haben.

Wir sitzen bis kurz vor halb elf, dann brechen wir auf in eine sternklare, kalte Nacht und sind in Rekordzeit (45 min) zu Hause.

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Samstag, 27.12.2014

Den Vorsatz habe ich seit einer Woche: Heute machst Du nichts! Gut, klar, einen Mini-Wochenendeinkauf, aber sonst nur lesen, surfen, schlafen, essen, fernsehen. Oder wonach mir halt gerade ist.

Nun hatte es sich so ergeben, dass ein Geschenk von P. an uns erst heute mit der Post kommen sollte, und das muss ziemlich schnell abgeholt werden. Es kommt aber erst nachmittags um halb drei, also machen wir aus, dass ich Sonntag komme.

Vormittags hatte P. wegen unserer Küchenuhr angerufen, die wir zum Reparieren dort gelassen hatten. Er bestellt uns nun ein neues Uhrwerk, das kann aber dauern. Das wäre doch für einen Uhrmacher, falls es einen solchen in K. noch gegeben hätte, leicht verdientes Geld gewesen. Schmeißen heute denn wirklich alle alles weg, wenn es nicht mehr rund läuft? Oder schmeißen die Leute die Sachen notgedrungen weg, weil niemand sie mehr repariert? Idiotisch.

H. hat schlechte Laune und ich lasse ihn in Ruhe. Ich habe selber keine Kraft, verständnisvoll nachzufragen oder ihn aufzuheitern. So bruddeln wir beide vor uns hin und sind damit auch ganz zufrieden. Er versucht, in einem Hobby-CAD-Programm eine 3D-Grafik des Dachbodens zu erstellen und ich mache genau, was ich mir vorgenommen hatte: lesen, neue eBooks bestellen, surfen, spielen, ein Nachmittagsnickerchen.

Gegen 18:00 Uhr mache ich noch einen längeren Spaziergang in der Kälte, das tut gut. Die frische Luft, das Alleinsein. Ein Fazit über Weihnachten ziehen: Zu viel Stress, zu wenig Weihnachtsstimmung. Ursachenanalyse. Überlegen, warum es trotz guter Planung und jahrelanger Erfahrung so stressig war. Zu dem Punkt kommen, dass es nur wegen guter Planung und jahrelanger Erfahrung überhaupt funktioniert hat. Beschließen, was im nächsten Jahr anders laufen muss, damit es trotz eventueller Katastrophen und Notfälle nicht nur funktioniert, sondern auch schön wird.

Dann noch ein kurzes Aneinanderrasseln mit H., weil er manchmal Äußerungen von mir als Vorwurf versteht, weil sie – obwohl komplett anders gemeint – seine eigenen Anforderungen an sich selbst ausdrücken, denen er im Moment aus Kraftmangel nicht nachkommen kann: Es ist 20:00 Uhr. Ich will nicht um 22:00 Uhr essen, weil ich dann kurz vor dem Einschlafen bin. Überhaupt habe ich keinen großen Hunger, deswegen würde mir auch ein belegtes Brot reichen, das ich mir schnell machen kann. Er will eigentlich etwas kochen, hat aber andererseits keine Lust dazu. Allzu spät essen will er eigentlich auch nicht, jetzt im Moment würde er aber gerne noch etwas am Computer fertig machen. Das dauert erwartungsgemäß mindestens eine Stunde, dann soll noch gekocht werden, dann wäre es doch 22:00 Uhr, bis wir essen können. Diesen Konflikt zwischen seinen eigenen widerstreitenden Interessen bekommt er nicht bewusst gemacht, geschweige denn aufgelöst.
Also bin ich der Arsch als ich sage „Ich mag nicht erst um zehn essen, ich mache mir jetzt einfach ein Brot, das reicht mir heute Abend sowieso.“ Ich meine: „Mach Dir keinen Stress, lass das mit dem Kochen doch, mach Dein Ding fertig, ich mache mir irgendwas, habe eh keinen großen Hunger.“ Er aber hört: „Du kriegst das mit dem Essen ja sowieso nicht hin; wenn ich hier nicht sofort was Anständiges auf dem Tisch habe, dann muss ich mir eben ein Brot machen. Wirst Du schon sehen, was Du davon hast.“
Communication breakdown.

Im Fernsehen „Casino Royal“, der für mich einer der besten Bond-Filme überhaupt ist. Da meine Hilfe in der Küche abgelehnt wird, schaue ich eben den Film. Essen gibt es dann erwartungsgemäß kurz vor zehn (obwohl er nicht mal seine Computersache gemacht hat…).
Immerhin gibt es später noch eine Entschuldigung kurz vorm Einschlafen.

 

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Same procedure as yesterday: Der Wecker klingelt um 5:30 Uhr, danach Morgenroutine inklusive Online-Adventskalender (was reitet eigentlich manche Firmen, ihr „Türchen“ erst irgendwann im Laufe des Tages freizuschalten?), um kurz vor 8:00 Uhr Morgenspaziergang.

Mir tun von gestern und vorgestern die Beine und der Rücken weh, daher wird es heute nur eine halbe Stunde.

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Ich bin den ganzen Tag sehr lustlos und schlapp. Arbeite nur das Nötigste, lese viel. Mehrere Telefonate mit H., teils wegen des Klempners, teils wegen eines gemeinsamen Kunden. H. telefoniert für mich wegen der Banksache, das erleichtert mich sehr. Ich bekomme Schnappatmung, wenn ich nur daran denke, das selber machen zu müssen. Ich bin in keiner guten Verfassung.

Der Magazin-Kune liegt mir im magen, da ist jetzt seit einer Woche nichts passiert und auch kein Kontakt meinerseits gewesen, das läuft ganz blöd. Zum Glück ist der so geduldig…
Die Musiekrin drängelt auch. Ach hätte ich das alles doch schon fertig und hinter mir!

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Ich glaube, den Abendspaziergang lasse ich heute ausfallen. Ich fühle mich so matt, alles tut weh. Also es tut nicht richtig weh, aber ich spüre jeden Muskel, als hätte ich einen Umzug hinter mir. Unfit, sage ich ja. So eine Umstellung merkt man eben, und es dauert eine Weile, sich daran zu gewöhnen.
Der Morgenspaziergang tut mir auf jeden Fall sehr gut, es ist ein toller Start in den Tag. Perfekte Psychohygiene!

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Zum Feierabend mal eben noch eine Stunde Fotos bearbeitet und dabei im Dauerloop „Christmas Commercial“ von Alexander Kheskin gehört. Das Stück ist etwa eine Minute lang, aslo wohl so etwa 60mal. Gehirnwäsche.

Ich tue, als hätte ich schon Ferien. Dabei mache ich mir innerlich vor Angst in die Hose, weil alles anbrennt. Gleichzeitig habe ich einen dermaßen starken Widerwillen, mich mit der Arbeit zu beschäftigen…
Wenn ich mir halbwegs sicher sein könnte, dass mit einer Woche (oder meinetwegen auch zwei) harter Arbeit alles soweit erledigt wäre, würde ich ranklotzen. Aber ich befürchte, wenn ich anfange, geht wieder alles schief, ich bin frustriert und komme doch nicht voran. Das schaffe ich einfach nicht mehr.

Der fünfte Monat meines Projekts 80/24 – Von 97 auf 80 Kilo in 24 Monaten ist rum, über 1/5 der Projektzeit liegt hinter mir. In Sachen Gewicht hat sich nicht viel bewegt, aber mein Lebensstil hat sich doch ganz schön verändert: ich trinke mehr und regelmäßiger, ich esse bewusst mehr Frischzeug (Obst, Gemüse), ich achte mehr auf die Signale meines Körpers, was Hunger, Appetit, Durst und Sättigung angeht, und ich gehe viel häufiger und länger raus.

Ich lebe also insgesamt gesünder, nehme aber nicht ab. Es wird also wohl Zeit, größere Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Zuerst aber ein Rückblick:

Die Ziele für den fünften Monat

Das oberste Monatsziel war „Wieder in die Spur kommen und nach Möglichkeit ein bis zwei Kilo abnehmen“. Nun, abgenommen habe ich kaum, aber ich bin wieder in die „Spur gekommen“, habe das Programm weitergeführt und mich aus (Zahn-)Schmerzen und einer hartnäckigen Depression herausgekämpft. Das zählt mehr als ein paar Pfund weniger auf der Waage.

Das Ernährungsziel „Ich esse täglich jeweils eine Handvoll Obst und Gemüse“ habe ich weitestgehend eingehalten. Obst essen fiel mir schwer, einfach weil es momentan kaum Auswahl gibt und ich immer wieder bei Bananen und Birnen lande, aber ich habe eine Menge Obstsaft getrunken, das zählt auch.

Das Bewegungsziel „Ich verlasse jeden Tag mindestens einmal die Wohnung zum Einkaufen oder Spazierengehen“ habe ich nicht ganz so konsequent durchgehalten, aber wenn ich draußen war (etwa vier- bis fünfmal pro Woche), war es fast immer für länger (im Schnitt 60 Minuten).

Das mentale Ziel „Body Talk“ – „Ich widme mich jeden Tag eine Viertelstunde meinem Körper,
entweder in Form von liebevoller Pflege oder in Form eines Dialogs über seine Wünsche und Bedürfnisse.“ – fiel mir sehr schwer. Stellenweise war ich notgedrungen mit meinem Körper beschäftigt, weil ich Höllenschmerzen hatte, aber so war das ja nicht gedacht. Vielmehr hat sich der Körper Aufmerksamkeit geholt, und zwar auf eine sehr unangenehme Weise.
Ein wichtiger Punkt, warum das nicht funktioniert, ist, daß ich diesem Ziel keinen festen Platz in meinem Tagesablauf gegeben habe.

Picture by Tomi Tapio via Flickr

Wie ist es gelaufen?

Ich habe das Projekt trotz Zahnschmerzenwoche und Depression fortgeführt, das macht mich stolz. Auch das Rausgehen ist mir mittlerweile zu einem richtigen Bedürfnis geworden, weniger der bewegung wegen, sondern weil ich am Leben teilhaben, Dinge „sehen“ will.

Was war gut?

Einfach dabeibleiben. Die einzelnen Projektziele sind jetzt schon feste Gewohnheit und verinnerlicht. Es kostet praktisch keine Energie, einfach immer weiter zu machen.

Spaziergänge mit und ohne Kamera. Eine Wiese voll Krokus im Sonnenlicht. Nachmittagslicht auf dem alten Friedhof. Weinen können. Das Gefühl, meinem Körper Gutes zu tun.

Was war nicht so gut?

Zahnschmerzen. Depression. Dass ich mich so um meinen „Body Talk“ drücke. Mich selbst unter Druck setzen. Existenzangst.

Was hat geholfen?

Reden. Loslassen, abladen. Support, Verständnis, Unterstützung.

Was will ich ändern?

Bestimmte Sachen (Spaziergang, Body Talk, mehr körperliche Aktivität (Lauftraining??) ) fest in den Tagesablauf einbauen. Frühwarnmechanismen für Depression entwickeln und rechtzeitig mit H. sprechen.

Was habe ich (über mich) gelernt?

Ich kann durchhalten und dabei bleiben. Ich kann mir Hilfe suchen und bekomme sie auch. Ich will den Job, den ich mache, weitermachen!

Der Erfolg

Ich ernähre meinen Körper gut und bewusst.

Ich gehe viel spazieren und tue damit etwas für meine psychische, mentale und physische Gesundheit.

Gewichtsschwankung von nur +- 1 kg im Monat.

Wie geht’s weiter?

Ziele für März setzen.

Noch mehr bewegen; Kalorien verbrauchen, Fettreserven angreifen, die Muskeln fordern.

Projekt 80/24: Woche 20

1. März 2012

Mut zurück gewinnen

Die fortdauernde Depression ist am Wochenende endlich in einen Gefühlsausbruch gemündet, und seitdem schaue ich wieder optimistischer in die Zukunft und gehe auch motivierter an die Arbeit ran.

Mich zieht es hinaus. Nicht so sehr des Wetters wegen, denn es ist zwar mild, aber meistens grau und regnerisch, sondern wegen der Eindrücke: ich will sehen. Und weg vom Computer.

Ich habe ein bißchen hin und her überlegt, wie ich im nächsten Monat mehr Bewegung in mein Leben bringen kann, z.B. wie ich mein Lauftraining neu beginnen und in meinen Alltag integrieren kann. Eine richtig überzeugende Lösung habe ich allerdings nicht gefunden. Werde ich wohl rumprobieren müssen.

Aber nun erstmal die Woche im Rückblick:

Trinken: im Schnitt 1,8 l am Tag, das ist sehr gut. An sechs Tagen Obst oder Saft, an sieben Gemüse, Salat oder Rohkost. Das klappt also.

An fünf Tagen raus und im Schnitt 75 min bewegt. Da haut natürlich der dreistündige Sonntagsspaziergang rein. An zwei Tagen zusätzlich größere Arbeiten im Haushalt, insgesamt 150 min.

Body Talk? Praktisch nicht. Daran muss ich arbeiten, bzw. untersuchen, warum das immer wieder unter den Tisch fällt.

Das Gute:

Ich habe wieder Motivation, Spaß an Dingen, Ehrgeiz. Das ist gut und existenziell wichtig. Ich treibe die Arbeit an meiner Marketingstrategie voran und mache endlich wieder Pläne, die nicht nur Horror und Widerwillen auslösen.

Picture by Elsie esq. via Flickr

Das Gewicht

In Sachen Gewicht tut sich nach wie vor nicht viel:

Startgewicht: 97 kg
Gewicht nach 21 Wochen: 95 kg
Durchschnittsgewicht diese Woche: 95,6 kg
geringstes Gewicht: 95,5 kg
höchstes Gewicht: 96 kg

Projekt 80/24: Woche 20

23. Februar 2012

Die vergangene Woche war viiiel besser als die vergangene – der Zahn hat sich beruhigt (ja, ich weiß, ich sollte zum Zahnarzt gehen…), die Depression hat sich verflüchtigt, morgens ist es jetzt hell, die Motivation steigt.

Mit dem Programm habe ich gut weitergemacht, allerdings habe ich das Gefühl, es ist jetzt langsam Zeit für einen neuen größeren Schritt hin zu mehr Bewegung und besserer körperlicher Fitness. Mal sehen, was mir da für den März einfällt…

Rückblick auf die letzte Woche:

Trinken lief gut, im Schnitt 1,8 l am Tag, darunter recht viel Milch. Obst oder Saft an vier Tagen (das kostet immer ncoh Überwindung – dabei mag ich das Zeug!), Gemüse zum zweiten Mal hintereinander an jedem Tag. Aufhören zu essen, wenn ich satt bin an vier Tagen, rausgehen nur an vier Tagen und dann im Schnitt nur 42 min. Alles in allem eine schlechtere Leistung als in der Woche zuvor, als es mir so schlecht ging!

Das Wohlbefinden war zwar besser, und arbeitsmäßig habe ich auch mehr geschafft, aber in Sachen Ernährung und Bewegung habe ich nachgelassen. Faul bin ich geworden!

Auch der Body Talk hat sich auf das Wesentliche beschränkt; kein Fortschritt hier.

Das Gute:

Es ging mir viel besser, ich habe mehr geschafft, ich bekomme langsam wieder ein Gefühl von Überblick und Kontrolle.

Picture by andybullock77 (via Flickr)

Das Gewicht

In Sachen Gewicht tut sich nicht viel, das ist aber auch keine Überraschung:

Startgewicht: 97 kg
Gewicht nach 20 Wochen: 95,5 kg
Durchschnittsgewicht diese Woche: 95,1 kg
geringstes Gewicht: 95 kg
höchstes Gewicht: 95,5 kg