Philae:

  • kurz vor Ende des nächtlichen Kommunikationsfensters ist Philae der Saft ausgegangen; wegen Energiemangels wurden alle wissenschaftlichen Systeme heruntergefahren, und der Roboter befindet sich im Stand-by-Modus; sollte irgendwann genug Sonnenlicht auf die Kollektoren fallen, um die Batterie genügend aufzuladen, kann Philae wieder aufwachen
  • Kontakt bestand von 23:19 Uhr MEZ bis 01:36 Uhr MEZ; bis zuletzt wurden Statusmeldungen des Systems übertragen
  • Philae wurde etwas gedreht, in der Hoffnung, so mehr Sonnenlicht auf die Kollektoren zu bekommen; Philae konnte um 4cm angehoben und um 35° gedreht werden; damit soll das Licht, das derzeit auf ein kleineres Panel fällt, vom größeren Panel aufgefangen werden
  • Rosetta wird auch zukünftig bei jedem möglichen Kommunikationsfenster auf Signale von Philae warten
  • ein nächstes Fenster wäre heute gegen 11:00 Uhr MEZ
  • hätte Philae genug Sonne bekommen, hätten vermutlich bis etwa März 2015 Experimente durchgeführt werden können; dann wird es vermutlich zu heiß auf dem Kometen
  • der Bohrer SD2 wurde vollständig aus- und wieder eingefahren; ob Proben entnommen und analysiert werden konnten, ist noch nicht bekannt
  • alle für Phase 1 geplanten Experimente konnten durchgeführt werden, und anscheinend konnten auch alle Messdaten heute Nacht noch übertragen werden, insofern war die Philae-Mission ein voller Erfolg!
  • Neuigkeiten zur Landung und zur Position: mit Hilfe der NAVCAM-Bilder von Rosetta konnte der Ort des ersten Touchdowns ziemlich genau bestimmt werden; jetzt muss analysiert werden, ob man daraus die Abprallrichtung erkennen kann, was die Berechnung der folgenden Flugbahn erleichtern würde

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Traurig, dass es (erstmal) vorbei ist. Philae hat mich die ganze Woche begleitet, ich habe mitgefiebert, gelesen, gelernt, erlebt, gefühlt, gelebt. Im Moment ist alles noch durchdrungen von der Erfahrung des Besonderen, leuchtet. Dieses Gemeinschaftsgefühl, die freudige Erwartung, Aufregung, Angst, das Mitbangen. Das Gefühl, Teil von etwas „Großem“ zu sein.
Nun kommt wieder die Alltagsroutine, der besondere Moment wird bald Geschichte sein. Was bleibt? Man wird sehen.

Für mich bleibt die Gewissheit, dass ich noch etwas spüren, mich freuen, ja begeistern kann. Etwas, was ich kaum noch für möglich gehalten hatte. Dafür: Danke!

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Mich auf die Arbeit zu konzentrieren, fällt mir weiterhin schwer. Immer behalte ich die ESA-Twitter Feeds im Auge: Vielleicht gibt es ja doch nochmal einen Kontakt (das Kommunikationsfenster ist offen)? Oder Neuigkeiten von der morgendlichen Wissenschaftskonferenz? Aber nichts tut sich.
Ich mag noch nicht wieder zurück zur Routine.

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Emotionale Katerstimmung. Back to reality. Slowly, slowly. Ich mag nicht, es war so schön…

„It’s a beautiful garden. It’s the place where all your projects, hopes, possibilities, things that might happen and gwishes are growing.

But there are way more things growing in this space than you could ever possibly tend to.

Sometimes it seems like there isn’t any point in taking care of any of these flowers, when taking care of one means abandoning all the others.“

(Havi Brooks, The Fluent Self: Fractal Flowers, 17.2.2011)

Seufz.

Wie gut ich das kenne: Wenn Du jetzt das und das machst, bleibt dies und jenes liegen.

Ich sehe nicht mehr, was ich geschafft habe, sondern nur noch, was liegengeblieben ist.

Aber Havi macht Hoffnung:

„Every time you lovingly, intentionally do one caring thing for one flower, something about that act and the process is secretly working to nurture and support the other ones.

Or you know what? Even when you do a sloppy, half-assed thing to care for one flower. Still counts.

(Havi Brooks, The Fluent Self: Fractal Flowers, 17.2.2011)

Es stimmt, aber ich erinnere mich zu selten daran: Irgendetwas zu tun ist hundert Fantastilliarden besser als nichts zu tun.

„One thing at a time.

Each thing activating, untangling, supporting and helping all the other things.

Even if I can’t see it or feel it. Even if it’s underground.

I’m going to let the fractal flowers do the real work, and I will do what I can, in the way that I can. Trying to trust that every piece counts.“

(Havi Brooks, The Fluent Self: Fractal Flowers, 17.2.2011)

In diesem Sinne: Eine schöne Woche!

Colorful Garden by jdnx (via Flickr)

WorldWideCommunity

7. April 2009

Ein Gedanke, was für mich die Faszination des Internet ausmacht:

Nach dem Erdbeben in Italien veröffentlicht ein junger Mann eine Reihe Fotos aus der betroffenen Stadt L’Aquila auf Flickr.

In den Kommentaren zu den Bildern melden sich Menschen aus der ganzen Welt zu Wort: aus Deutschland, Holland, Finnland, den USA, Brasilien, Vietnam. Sie alle sind in Gedanken bei den Opfern und Angehörigen, fühlen mit, wollen spenden. Und das zieht sich durch alle Kanäle: Kommentare auf Nachrichtenseiten, in Twitter, auf Social-Media-Plattformen.

Was für ein wahnsinniges Gefühl von Gemeinsamkeit und Stärke muss es geben zu lesen, dass wildfremde Menschen aus aller Welt in Gedanken bei einem sind? Was für Energien können mit diesem Medium freigesetzt werden? Was für Möglichkeiten bieten sich hier WELTWEIT? Politisch, ethisch, gesellschaftlich? Was für ein gigantisches Potenzial an Energie, an Engagement, an Wissen, an Information, an Vernetzung besteht hier?

Mir scheint, ALLES ist möglich. Beängstigend. Aber auch fantastisch. Und es ist nicht mehr rückgängig zu machen oder aufzuhalten…

Lieblingslinks

5. Februar 2009

  • Simon’s Cat
    Die besten Zeichentrickfilme über Katzen, die je gemacht wurden.
  • Monty Python Channel auf YouTube
    Die besten Sketche – hochauflösend. Nie wieder miese digitalisierte VHS-Clips.
  • Dolly Parton: Jolene
    „Please don’t take him just because you can“ – können wir diese machtgeilen Menschen nicht einfach abschaffen, die Dinge nur tun, weil sie sie tun können?
  • Productive Flourishing
    Gut durchdachte kostenlose Tages- und Wochenplaner für mehr Produktivität. Außerdem: Blog Post Planner.