• Regal 1, Fach 1 (10 Kartons) ausgemistet:
    • Malsachen
    • Basteln (Sandbilder)
    • Chemie/Kristallzucht
    • Zuckerwürfel/-tüten
    • Postkarten
    • Briefe
    • Weihnachtsdeko
    • Partydeko
  • viele Erinnerungen, die ich mit Freuden loslasse
  • aufgehoben:
    • Briefe
    • etwa die Hälfte der Postkarten
Advertisements

Projekt Ausmisten

6. März 2016

Nach drei Wochen in K ist der Drang, meine Wohnung in B auszumisten, übergroß.
Also nutzen wir den Schwung und testen die Methode von Mark Forster: How to sort out a room – and keep it sorted

Die Arbeitsschritte sind denkbar einfach:

  1. Erstelle eine Aufgabe „Zimmer xy ausmisten“
  2. Erstelle eine nummerierte Liste aller sichtbaren Flächen/ Orte (Fensterbrett, Oberfläche von Möbelstücken, offene Regalfächer, Fußboden usw.)
  3. Die erste Fläche gründlich ausmisten und so herrichten, wie ich sie gerne hätte
  4.  Erstelle eine Aufgabe „Zimmer aufräumen“ (um die bereits ausgemisteten Flächen so zu halten, wie sie sein sollen)
  5. Wenn alle sichtbaren Flächen abgearbeitet sind, erstelle eine nummerierte Liste der unsichtbaren Flächen (Schrankfächer, Schubladen, Kartons usw.)
  6. Miste nach und nach die unsichtbaren Flächen aus.

Diese Methode ergänze ich durch Fragen, die beim Aussortieren helfen sollen:

  1. Brauche ich das? (Wenn ich es seit mehr als 2 Jahren nicht benutzt oder vermisst habe, brauche ich es momentan nicht.)
  2. Mag ich das?
  3. Lohnt sich das? (Was braucht das Ding von mir? Muss ich es irgendwie reparieren, erfassen, verarbeiten, unterbringen? Wieviel Energie wird es mich kosten? Ist es mir das wert?)
  4. Wenn ich nächsten Monat nach K umziehen würde – würde ich das mitnehmen wollen?

Die meisten Dinge werden sich dadurch relativ schnell in behalten und weggeben sortieren lassen. Ich erwarte einige Zweifelsfälle (brauche ich eigentlich nicht, ist aber vielleicht etwas wert, oder es hängen Erinnerungen daran), über die muss ich dann gesondert entscheiden.

Was ich nicht wegwerfe, wird der Trödler meiner Wahl geschenkt bekommen.

Wo starten? Die Zimmerauswahl

Das größte Ausmist-Potenzial erwarte ich im kleinen Zimmer. Hier droht zwar auch die meiste Arbeit, aber der Erfolg wird überwältigend sein, und schon kleine Erfolge werden einen deutlich sichtbaren Unterschied machen.

Die nummerierte Liste aller sichtbaren Flächen gestaltet sich etwas schwierig: Das Zimmer ist mit deckenhohen Regalen eingerichtet, vor denen sich Umzugskartons mit Zeug stapeln. Ich kann also nicht mal genau sagen, wie viele Regalfächer (eigentlich offene, „sichtbare“ Flächen) da sind.
Daher nehme ich den Schritt sehr wörtlich und liste erstmal alle jetzt sichtbaren Flächen auf. Was dann später sichtbar werden wird, muss in einem zweiten Schwung abgearbeitet werden.

Die Liste

Ich beginne links von der Tür, arbeite mich die linke Seite bis zum Fenster durch, dann auf der rechten Seite zurück:

  1. Regal 1, Fach 1 (Kartons)
  2. Regal 1, Fach 2 (Malsachen)
  3. Regal 1, Fach 3 (Bücher)
  4. Regal 1, Fach 4 (Bücher)
  5. Regal 2, Fach 1 (Kartons)
  6. Regal 2, Fach 2 (Kalender, Tagebücher)
  7. Regal 2, Fach 3 (Aktenordner)
  8. Regal 2, Fach 4 (Bar)
  9. Regal 3, Fach 1 (Kartons)
  10. Regal 3, Fach 2 (Bücher)
  11. Regal 3, Fach 3 (Bücher)
  12. Regal 3, Fach 4 (Bücher)
  13. Regal 3, Fach 5 (Bücher)
  14. Regal 3, Fach 6 (Bücher)
  15. Regal 3, Fach 7 (Bücher)
  16. Auf den Kartons vor den Regalen 1-3
  17. auf und unter dem Stuhl
  18. auf Karton
  19. Regal 4, Fach 1 (Kartons)
  20. Regal 4, Fach 2 (Bücher)
  21. Regal 4, Fach 3 (Bücher)
  22. Regal 4, Fach 4 (Aktenordner, Bücher)
  23. Regal 4, Fach 5 (Bücher)
  24. Regal 4, Fach 6 (Bücher)
  25. Regal 5, Fach 1 (Schleifenkartons)
  26. Regal 5, Fach 2 (Lautsprecher, Kartons)
  27. Regal 5, Fach 3 (Bücher)
  28. Regal 5, Fach 4 (Lokalhistorie)
  29. auf Kartons vor Regal 4 und 5
  30. Regal 6, Fach 1 (Kartons)
  31. Regal 6, Fach 2 (Aufbewahrungsboxen)
  32. Regal 6, Fach 3 (Briefmarken)
  33. Regal 6, Fach 4 (Bücher)
  34. Regal 6, Fach 5 (Mac)
  35. auf Kartons vor Regal 6
  36. Boden vor Kartons
  37. Fensterbrett
  38. hinter Kleiderschrank
  39. auf Kleiderschrank
  40. Regal 7, Fach 1 (Weihnachtsdeko)
  41. Regal 7, Fach 2 (Aktenordner)
  42. Regal 7, Fach 3 (Bücher)
  43. Regal 7, Fach 4 (Aktenordner)
  44. Regal 7, Fach 5 (Büromaterial)
  45. Regal 7, Fach 6 (Büromaterial)
  46. Regal 7, Fach 8 (Computerkram)
  47. vor Regal 7
  48. Schreibtisch links hinten
  49. Schreibtisch links vorn
  50. Schreibtisch Mitte
  51. Schreibtisch rechts
  52. unter Schreibtisch links
  53. unter Schreibtisch rechts
  54. auf Schrank
  55. vor Schrank
  56. auf Ofen
  57. hinter Ofen
  58. Umzugskartons -> Teil 2

Kartons, um das aussortierte Zeug unterzubringen, habe ich zwar, aber wo lasse ich die vollen Kartons? Das wird noch eine Herausforderung…

Um halb sechs wach. WTF? Seltsames Licht. Obwohl es noch dunkel ist, scheint es draußen irgendwie zu leuchten. Des Rätsels Lösung: SCHNEE! Ungefähr 10 cm sind nachts gefallen… Hurra!

Als vormittags die Sonne herauskommt, muss ich raus und mache einen langen Spaziergang, von dem ich mit nassen Haaren, roten Wangen und unheimlich glücklich zurückkehre.

≈≈≈≈

Den Rest des Tages faul: lesen, dösen, essen, lesen, dösen, spielen, lesen, essen, fernsehen, schlafen.

≈≈≈≈

Zu Weihnachten haben wir einen „Pilzgarten“ geschenkt bekommen. Der wurde heute gewässert und aufgestellt. Nun bin ich gespannt, wann die Pilzchen sprießen…

≈≈≈≈

Silvester werden wir dieses Jahr ganz ruhig begehen. Zum einen haben wir beide keine Power mehr, zum anderen hat die Kneipe zu, wo wir sonst immer gefeiert haben. Unser Traum: Auf dem Sofa liegen, alte Godzilla-Filme schauen, essen, gemütlich ein Glas Sekt trinken, und fertig. Ganz entspannt. Rentnerprogramm.

Logbuch Weihnachten 2014

28. Dezember 2014

Dienstag, 23.12.2014

M. getroffen und mit ihr (wegen Gehbehinderung) einkaufen gewesen. Einer Frau einen von ihr versehentlich gekauften und nicht umtauschbaren IKEA-Gutschein abgekauft. Das Fleisch fürs Weihnachtsessen abgeholt und M.s Vorratskammer für die Feiertage aufgefüllt.

Anschließend zur (menschenleeren) Post, um ein Päckchen abzuholen: „Hatten Sie hier eine Bombendrohung?“ – „???“ – „Na, weil es so leer ist!“ – „Freuen Sie sich doch!“ – „Mache ich ja, ich kann es nur nicht fassen.“ – „Das sieht nachher hier auch ganz anders aus.“
Note to self: Wenn zur Post, dann am 23.12. gegen halb drei nachmittags.

Anschließend noch eine Einkaufsrunde für uns: ein kleiner Spezialkuchen für Heiligabend zum Kaffee, Räucherlachs (mit der leckeren Honig-Senf-Soße) fürs Weihnachtsfrühstück, frischer Aufschnitt, ebenfalls fürs Weihnachtsfrühstück. In den Geschäften ist es voll. Hier sind also alle… Ob das später besser ist, wenn alle bei der Post sind…?

Zu Hause ist H. schlecht gelaunt dabei, Bad, Klo und Böden zu putzen. Obwohl ich immer wieder darauf hinweise, es nicht zu übertreiben, nur das Nötigste zu machen, ins Bad gehe doch außer uns niemand, zieht er (fast) das ganze Programm durch. Nur das Abwaschen der Kacheln mit Essigessenz lässt er diesmal dankenswerterweise aus. Immerhin bessert sich seine Laune etwas. Alleine arbeiten ist doof, das sehe ich ein. Etwas Publikum, etwas Bewunderung tut gut. Wer kennt das nicht.

Ich gehe nochmal runter in das kleine Lädchen, um noch ein letztes Geschenk für M. zu erstehen. Zum Glück ist es nicht zu voll, und ich werde fündig.

Dann backe ich die letzten beiden Sorten Kekse und versehe zwei Sorten mit Zuckerguss. Dann wird im Wohnzimmer noch dekoriert und der Leuchter mit Kugeln behangen.

Als es endlich Essen gibt, bin ich platt und kann vor Rückenschmerzen kaum noch aufstehen. Ins Bett schaffe ich es aber noch.

≈≈≈≈

Mittwoch, 24.12.2014

Zum Frühstück Guacamole. Danach ist mir so schlecht, dass ich mir am liebsten den Finger in den Hals stecken möchte. Dabei ist noch so viel zu tun! Mit Todesverachtung bestreiche ich die letzten Kekse mit Zuckerguss. Dann muss ich kurz in den Sessel und lese etwas. Die Ruhe tut gut, aber es gibt noch so viel zu tun!!!

Ich rapple mich also auf und gehe nochmal los, um Pralinen für M. zu kaufen. Sonst wäre das gestern gekaufte Geschenk (eine kleine Etagère) so kahl. Mir geht es richtig mies. Die Bewegung an der frischen Luft tut für den Moment zwar gut, hilft aber nicht wirklich. Am liebsten würde ich alles abblasen und mich mit einem Buch ins Bett legen. Weihnachten ist mir jetzt schon zu viel. Anscheinend bin ich an der Grenze meiner Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit angelangt.

Kurz nach 13:00 Uhr fährt H. los, um M. abzuholen. Ab jetzt habe ich knappe zwei Stunden, um alles fertig zu machen, und es gelingt knapp: Zwei Geschenke einpacken, die Etagère anrichten und dekorieren, die Lichterkette und Glasfiguren an den Weihnachtsstrauß, die verschiedenen Weihnachtsmänner aufstellen, die Tischdekoration (Tannengirlande mit Kugeln, getrockneten Orangen, Zapfen und Lichterkette) anfertigen, die leeren Kartons wegräumen,, Keksteller anrichten und mich festlich anziehen. Ich sitze gerade 5 Minuten im Sessel und schaue „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, als es an der Tür schließt. Puh!

Den Nachmittag und Abend verbringe ich damit, mich zusammenzureißen, Bauch- und wachsende Kopfschmerzen zu ignorieren, Konversation zu betreiben, zu lächeln, mir bissige Kommentare und Besserwisserei zu verkneifen und mich aus der Kochdiskussion zwischen M. und H. herauszuhalten. Die Stunde Auszeit, während die beiden – zunehmend voneinander genervt, dies aber nicht zeigend – in der Küche verbringen, kommt mir sehr gelegen.

Das Essen ist lecker und gerade so zu bewältigen: Als Vorspeise kalte, aber gegarte Rote Bete mit warmem Ziegenkäse (leckere Kombination, aber man hätte besser die eingelegten Rote Bete genommen oder die Scheiben angewärmt und etwas gewürzt), als Hauptgang Schweinefilet mit einer Füllung aus Kräuterfrischkäse, gehackten Mandeln und getrockneten Tomaten, dazu frische Tagliatelle, leicht mediterran gekräuterte grüne Bohnen und eine leckere Weißweinsoße, als Beilage ein Chicorée-Clementinen-Salat, der eher nicht dazu passte. Zum Nachtisch etwas Leichtes: Zitronencreme mit frischer rosa Grapefruit. Zum Essen gab’s einen trockenen Riesling vom Mittelrhein.

Bescherung hatten wir vor dem Essen gemacht, und irgendwie klappten wir nach dem Essen alle zusammen. Sonst haben wir bei ähnlichen Gelegenheiten noch mehrere Flaschen Wein und diverse Schnäpse und Liköre niedergemacht, aber diesmal waren wir alle platt und hatten genug.

So brach H. bald auf, um nach Hause zu gehen, während M. und ich uns bettfertig machten. War ich froh, als ich lag und sie begann, tief zu atmen!!!

≈≈≈≈

Donnerstag, 25.12.2014

Jedes Mal wenn M. bei mir schläft, macht sie sich vorher Gedanken, was sie denn dann morgens anfangen soll, „bis Ihr alle soweit seid“. Und jedes Mal schläft sie bis 9:00 Uhr oder so, wo alle anderen schon lange wach sind. So auch diesmal.
Mir war es recht, denn so konnte ich in Ruhe wach werden und mich an meine immer noch hämmernden Kopfschmerzen gewöhnen.

H. kam wie verabredet um 9:30 Uhr, wir machten gemeinsam Frühstück, packten dann alles zusammen, ich richtete M. noch was auf ihrem eBook-Reader ein, dann brachten wir sie zum Bus. H. hatte angeboten, sie wieder nach Hause zu bringen, aber sie brauchte diesmal wohl auch etwas Abstand und lehnte dankend ab. Er war auch nicht besonders fit, und so begaben wir uns noch auf eine kleine Spazierrunde in den Park.
Kurz vorher hatte es gegossen, nun toste ein wilder Himmel, abwechselnd klares, helles Blau und Sonne, dann wieder tiefschwarze Wolken – sehr spannend.

Im Park am Teich einen Reiher gesehen, der oben in einem Baum saß und sich sonnte. Diverse Enten, Blässrallen und zwei Schwäne im Teich, Blau- und Kohlmeisen an der Futterstelle, Eichhörnchen. Eher wenig los, auch kaum Menschen.

Als wir schon auf dem Rückweg aus dem Park raus sind, klingelt das Handy: M. hat ihren eBook-Reader bei mir vergessen und kommt nochmal zurück. Wir gehen also nach Hause, ich schleppe mich die Treppen hoch, um den Reader zu holen (ich bin wirklich am Ende, als ich runter komme, zittern mir Beine und Hände, dazu nach wie vor diese üblen Kopfschmerzen…), dann gehen wir zur Bushaltestelle, um auf M. zu warten.

Während wir warten, fängt es wieder an zu gießen, und diesmal sind dem Regen kleine Hagelkörner beigemischt. Dreckswetter. Zum Glück können wir und unterstellen, aber es ist ekelhaft kalt. M. kommt mit dem übernächsten Bus und hat mittlerweile auch die Nase voll. Wir warten noch, bis sie weiterfahren kann, dann machen wir uns auf den Heimweg. An der Ampel treffen wir A. und G., die im Park vom Hagelregen überrascht worden sind. Lose Verabredung auf ein Bier irgendwann um Silvester. Ich will nur noch heim und ins Bett.

Tiefes Gefühl der Dankbarkeit als ich endlich liege und mich ins Federbett mümmeln kann.
Ich döse irgendwann ein und schlafe zwei Stunden.

H. hatte sich auch hingelegt und geschlafen, war aber schon wieder auf und kümmerte sich bereits ums Abendbrot (Reste vom Vortag). Seine Laune war nicht die beste, aber er ist eben auch fertig und kaputt. Das Jahr hat es nicht gut mit uns gemeint, und nun sind langsam auch die letzten Reserven aufgebraucht.

Abends zwei Filme von den Marx Brothers, bei denen ich leider wieder einschlafe…

≈≈≈≈

Freitag, 26.12.2014

Gegen 8:00 Uhr aufgewacht und fast keine Kopfschmerzen mehr. Da wir heute zu P. fahren, befürchte ich aber das Schlimmste, denn P.s Wohnung ist eine überheizte Raucherhöhle. Ich rechne mir aus, etwa zehn Stunden durchhalten zu müssen, denn wir sind bereits zum Mittagessen eingeladen und bleiben meist so bis gegen 22:00 Uhr.

Morgens schneit es kurz und heftig, aber es bleibt nichts liegen, die Straßen und Häuser sind zu warm

Frühstück fällt wegen der erwarteten Fresserei aus, und um halb zwölf machen wir uns auf den Weg. Natürlich haben meine beiden Stamm-Blumenläden zu, also muss ich zu einem Ersatzladen, der aber absolut nichts Brauchbares hat. Immerhin erstehe ich dort einen Weihnachtskaktus und eine Christrose. Hätte ich mich bloß gestern noch zum Blumenladen geschleppt!

Bei der Busfahrt durch den Vorort staune ich: alles weiß! Es liegt zwar nicht viel Schnee, aber alle Bäume und Rasenflächen sind bedeckt, und die Sonne kommt gerade heraus und taut die Pracht nicht sofort auf. Weiße Weihnacht! Mit Sonne!! Wunderschön…

Wir sind dann pünktlich gegen halb eins da, dann gibt es gleich Essen: Als Vorspeise Ragout Fin, als Hauptgang Rinderbraten mit Kroketten und grünen Bohnen im Speckmantel, dazu eine dicke dunkle Bratensoße mit Rotwein und Feldsalat, zum Nachtisch ein Schokoladenküchlein mit Himbeersoße.
Papp.

Der Nachmittag geht irgendwie rum mit Computerkram (die Zeit nutze ich für eine kurze Atempause auf der Terrasse und für den Abwasch), quatschen, Kaffee trinken, Fotos aus Amerika anschauen und übers Häuschen reden.

Zum Abendbrot gibt es Buletten mit Kartoffelgratin. Irgendwie passt das alles rein, ich staune sehr. Vielleicht weil wir nachmittags keinen Kuchen gegessen haben.

Wir sitzen bis kurz vor halb elf, dann brechen wir auf in eine sternklare, kalte Nacht und sind in Rekordzeit (45 min) zu Hause.

≈≈≈≈

Samstag, 27.12.2014

Den Vorsatz habe ich seit einer Woche: Heute machst Du nichts! Gut, klar, einen Mini-Wochenendeinkauf, aber sonst nur lesen, surfen, schlafen, essen, fernsehen. Oder wonach mir halt gerade ist.

Nun hatte es sich so ergeben, dass ein Geschenk von P. an uns erst heute mit der Post kommen sollte, und das muss ziemlich schnell abgeholt werden. Es kommt aber erst nachmittags um halb drei, also machen wir aus, dass ich Sonntag komme.

Vormittags hatte P. wegen unserer Küchenuhr angerufen, die wir zum Reparieren dort gelassen hatten. Er bestellt uns nun ein neues Uhrwerk, das kann aber dauern. Das wäre doch für einen Uhrmacher, falls es einen solchen in K. noch gegeben hätte, leicht verdientes Geld gewesen. Schmeißen heute denn wirklich alle alles weg, wenn es nicht mehr rund läuft? Oder schmeißen die Leute die Sachen notgedrungen weg, weil niemand sie mehr repariert? Idiotisch.

H. hat schlechte Laune und ich lasse ihn in Ruhe. Ich habe selber keine Kraft, verständnisvoll nachzufragen oder ihn aufzuheitern. So bruddeln wir beide vor uns hin und sind damit auch ganz zufrieden. Er versucht, in einem Hobby-CAD-Programm eine 3D-Grafik des Dachbodens zu erstellen und ich mache genau, was ich mir vorgenommen hatte: lesen, neue eBooks bestellen, surfen, spielen, ein Nachmittagsnickerchen.

Gegen 18:00 Uhr mache ich noch einen längeren Spaziergang in der Kälte, das tut gut. Die frische Luft, das Alleinsein. Ein Fazit über Weihnachten ziehen: Zu viel Stress, zu wenig Weihnachtsstimmung. Ursachenanalyse. Überlegen, warum es trotz guter Planung und jahrelanger Erfahrung so stressig war. Zu dem Punkt kommen, dass es nur wegen guter Planung und jahrelanger Erfahrung überhaupt funktioniert hat. Beschließen, was im nächsten Jahr anders laufen muss, damit es trotz eventueller Katastrophen und Notfälle nicht nur funktioniert, sondern auch schön wird.

Dann noch ein kurzes Aneinanderrasseln mit H., weil er manchmal Äußerungen von mir als Vorwurf versteht, weil sie – obwohl komplett anders gemeint – seine eigenen Anforderungen an sich selbst ausdrücken, denen er im Moment aus Kraftmangel nicht nachkommen kann: Es ist 20:00 Uhr. Ich will nicht um 22:00 Uhr essen, weil ich dann kurz vor dem Einschlafen bin. Überhaupt habe ich keinen großen Hunger, deswegen würde mir auch ein belegtes Brot reichen, das ich mir schnell machen kann. Er will eigentlich etwas kochen, hat aber andererseits keine Lust dazu. Allzu spät essen will er eigentlich auch nicht, jetzt im Moment würde er aber gerne noch etwas am Computer fertig machen. Das dauert erwartungsgemäß mindestens eine Stunde, dann soll noch gekocht werden, dann wäre es doch 22:00 Uhr, bis wir essen können. Diesen Konflikt zwischen seinen eigenen widerstreitenden Interessen bekommt er nicht bewusst gemacht, geschweige denn aufgelöst.
Also bin ich der Arsch als ich sage „Ich mag nicht erst um zehn essen, ich mache mir jetzt einfach ein Brot, das reicht mir heute Abend sowieso.“ Ich meine: „Mach Dir keinen Stress, lass das mit dem Kochen doch, mach Dein Ding fertig, ich mache mir irgendwas, habe eh keinen großen Hunger.“ Er aber hört: „Du kriegst das mit dem Essen ja sowieso nicht hin; wenn ich hier nicht sofort was Anständiges auf dem Tisch habe, dann muss ich mir eben ein Brot machen. Wirst Du schon sehen, was Du davon hast.“
Communication breakdown.

Im Fernsehen „Casino Royal“, der für mich einer der besten Bond-Filme überhaupt ist. Da meine Hilfe in der Küche abgelehnt wird, schaue ich eben den Film. Essen gibt es dann erwartungsgemäß kurz vor zehn (obwohl er nicht mal seine Computersache gemacht hat…).
Immerhin gibt es später noch eine Entschuldigung kurz vorm Einschlafen.